Schneider: «Schluss mit Qualzuchten!»

Vor knapp eineinhalb Wochen endete die Frühjahrssession 2021. Wir haben uns einen umfassenden Überblick verschafft: Welche tierwohlrelevanten Vorstösse wurden in dieser Session eingereicht? Welche Geschäfte müssen wir in Zukunft im Auge behalten?

Eines vorweg – es ist viel passiert! Einige der eingereichten Vorstösse sind zudem im Kontext der sistierten AP22+ zu betrachten. Dabei feierte die Agrarlobby einen zweifelhaften Sieg und stoppte eine zwar unperfekte, aber zukunftsfähigere Agrarpolitik für die kommenden Jahre. Unser ausführliches Statement zur Sistierung kann man hier nachlesen.


Kein Schwanzcoupieren ohne Betäubung

Meret Schneider, Grüne / Sentience Politics
Meret Schneider, Leiterin des Ressorts Politik bei Sentience Politics und Nationalrätin der Grünen Partei, reichte in der vergangenen Session eine Motion zur Ausweitung des Tierschutzes für Lämmer ein. Aktuell darf das routinemässig praktizierte Coupieren von Schafen vor dem 7. Lebenstag der Tiere ohne Schmerzausschaltung stattfinden. Diese Praxis soll zukünftig nicht mehr erlaubt sein, wie es beispielsweise bei Schweinen und Rindern bereits heute der Fall ist.


Deklaration “Schweizer Fleisch” und “Schweizer Eier” nur bei überwiegend inländischer Futterbasis

Felix Wettstein, Grüne
Die Motion des grünen Nationalrats Felix Wettstein beauftragt den Bundesrat, die Bestimmungen zu den schweizerischen Herkunftsangaben dahingehend anzupassen, dass das Prädikat „schweizerisch“ in den Herkunftsangaben von tierischen Produkten wie Fleisch, Milch, Eiern oder Zuchtfisch nur dann zulässig ist, wenn die Nahrung der Nutztiere, welche diese Produkte liefern, zu mindestens 75 Prozent auf inländischer Futterbasis beruht. Je nach Art der Nutztierhaltung ist aktuell ein grosser Teil des Futters importiert, womit das Prädikat „schweizerisch“ verfälscht und Konsument*innen in die Irre geführt werden.


Keine Qualzuchten in der Hühnermast
Meret Schneider, Grüne / Sentience Politics
Eine weitere wichtige Motion von Meret Schneider fordert den Bundesrat dazu auf, eine Änderung des Tierschutzgesetzes durchzuführen und die Qualzucht von Masthühnern in der Schweiz zu verbieten. Ein enorm wichtiger Vorstoss, der viel zur Leidverminderung in Schweizer Ställen beitragen kann!


Impfstoffentwicklung mit neuen Methoden ohne Tierversuche
Martina Munz, SP
Die Entwicklung von Impfstoffen ist aktuell in aller Munde. Dass Forschung in diesem Bereich möglichst ohne Tierversuche geschehen soll, ist auch ein Anliegen von Martina Munz, SP-Nationalrätin und Sentience-Politics-Podiumsteilnehmerin. Sie fordert in ihrer Interpellation, dass sogenannte New Approach Methodologies (NAM) vermehrt Anwendung finden müssen und verlangt vom Bundesrat Transparenz in Bezug auf die COVID-19-Impfstoffherstellung in der Schweiz und damit einhergehende Tierversuche.


Kein Import von Pferdefleisch aus Qualproduktion
Meret Schneider, Grüne / Sentience Politics
In einem Postulat fordert Meret Schneider den Bundesrat dazu auf zu prüfen, wie der Problematik des Imports von Pferdefleisch aus Argentinien, Australien, Uruguay und Kanada begegnet werden kann. Diese Länder können die Einhaltung der geltenden EU-Tier- und Verbraucherschutzanforderungen aktuell nicht garantieren. Sie zitiert dabei etliche, nachweisbare Verstösse gegen die Schweizer Tierschutzgesetzgebung und fordert darauf basierend ein generelles Importverbot für Produkte aus Qualproduktion.


Weitere wichtige Vorstösse
Eine Liste

 


 

Wir haben ein offenes Ohr!
Du hast ein tierpolitisches Anliegen, für das wir uns einsetzen sollen? Lass uns deinen Vorschlag zukommen. Bitte beachte dabei, dass du uns die Problematik möglichst detailliert erläuterst. Wir prüfen sämtliche Nachrichten und hoffen, die eine oder andere in einen Vorstoss verwandeln zu können.

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