Primaten-Initiative in Basel gestartet

Letzte Woche startete unsere Initiative mit dem Ziel Grundrechte für Primaten in der Basler Kantonsverfassung zu verankern mit einer Pressekonferenz und großer Medienberichterstattung. In sechs Monaten werden wir über 3000 Unterschriften sammeln, um in Basel-Stadt eine Abstimmung über die Grundrechte auf Leben sowie physische und psychische Unversehrtheit für alle Primaten herbeizuführen.

Bei der Pressekonferenz stellte Adriano Mannino, Präsident und Mitgründer von Sentience Politics, das Positionspapier vor, das als Grundlage für die Initiative dient. Er erläuterte den anwesenden Medienvertreter/innendie antispeziesistische Philosophie von Sentience Politics, die sich in dieser Kampagne ausdrückt. Neben ihm sprachen bei der Pressekonferenz Markus Wild, Philosophieprofessor an der Universität Basel und Unterstützer der Kampagne, Tobias Sennhauser, Präsident von Tier im Fokus (TIF), Raphael Neuburger, Vorsitzender der Veganen Gesellschaft Schweiz, sowie Meret Schneider, Sentience-Projektleiterin. Sie unterstrichen die Dringlichkeit und Bedeutung der Initiative für die rund 300 nichtmenschlichen Primaten in Basel-Stadt.

Denn selbst grundlegenden Bedürfnissen trägt die Schweizerische Tierschutzgesetzgebung nicht Rechnung: Vor allem Prof. Markus Wild schilderte die Forschung an Primaten unter teils qualvollsten Bedingungen. Meist werden selbst ihre grundlegendsten Bedürfnisse negiert – oft für Studien mit höchst fraglichem Nutzen*. Trotz der Aufsicht durch Ethikkomissionen genügt es in der Praxis meist, wenn die Forschenden selbst hohe Erkenntnisgewinne prophezeien. Die vorgeschriebene Interessensabwägung verkommt so oft zu einer reinen Formalie. Ähnliche Versuche an Menschen durchzuführen, wäre zurecht undenkbar.

Dabei sind wir nichtmenschlichen Primaten in vielen Belangen sehr ähnlich. Das ist kaum verwunderlich, da sie unsere nächsten phylogenetischen Verwandten sind. Es herrscht wissenschaftlicher Konsens darüber, dass Primaten Schmerz und Leid empfinden können, für die Zukunft planen und um Bekannte trauern. Nehmen wir das Prinzip der Gleichbehandlung gleicher Interessen ernst, müssen wir auch die Interessen nichtmenschlicher Primaten im selben Maße schützen.

Für dieses Anliegen wird Sentience Politics in den nächsten sechs Monaten in Basel-Stadt die nötigen Unterschriften sammeln. Interessierte können sich bei Meret Schneider melden, um sich an der Sammlung zu beteiligen.

Zur Kampagne

Medienberichterstattung:


* Ein anschauliches Beispiel ist ein kürzlich an der Universität Freiburg durchgeführter Versuch: Zwei Makaken wurden elektronische Sonden ins Gehirn implantiert. Anschliessend wurde ihnen das Rückenmark chirurgisch durchtrennt, um ihre Hände halbseitig zu lähmen. Die Tiere wurden dann über Monate dazu angehalten, mit gelähmter Hand Futter aus Vertiefungen herauszuholen, und danach getötet und seziert. Unabhängige Forschungsgruppen beurteilten diesen Versuch mit dem niedrigsten Nützlichkeitsgrad 0. Dennoch bewilligte die zuständige kantonale Kommission den Versuch.


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