JA!

60% für Nachhaltige Ernährung

Mit einer klaren Mehrheit von 60% hat die Bevölkerung Zürichs den Gegenvorschlag des Gemeinderates zur Initiative «Nachhaltige und faire Ernährung» angenommen. Der Gegenvorschlag zur Initiative verzichtet auf die Einführung eines neuen Artikels in der Gemeindeordnung. Er ergänzt stattdessen den bestehenden Art. 2ter Abs. 2 der Gemeindeordnung. Dieser Artikel verpflichtet die Stadt, sich aktiv für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen und für einen schonenden Umgang mit den Ressourcen einzusetzen. Absatz 2 schreibt die besonderen Zielsetzungen der Stadt Zürich für die Erreichung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft fest: die Reduktion des Energieverbrauchs und des CO2-Ausstosses sowie die Förderung der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energiequellen.

Dieser Absatz 2, eingeleitet durch die Bestimmung «Sie (Anm.: die Gemeinde, also die Stadt) setzt sich im Rahmen ihrer Zuständigkeit für die Erreichung der Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft ein, insbesondere für» wird nun wie folgt ergänzt: 

d) die Förderung der umweltschonenden Ernährung und die Information über den Einfluss der Ernährung auf das globale Klima.

Der Gegenvorschlag des Gemeinderates wurde unterstützt von der Grünen Partei, der SP und der GLP.

Mit dieser Abstimmungsvorlage wird der Grundstein gelegt, um in der Stadt Zürich eine umweltfreundliche Ernährung zu fördern. Dadurch wird ein wichtiger Beitrag an die Gesundheit der Bevölkerung und an unsere Umwelt geleistet. Die städtischen Stimmberechtigten haben sich am 30. November 2008 deutlich für die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft ausgesprochen und für eine Stadt mit hoher Lebensqualität, in der die Menschen Energie und Ressourcen nachhaltig nutzen. Sie wollen damit auch eine Stadt, die ihren Beitrag zum Klimaschutz leistet. Konkret bedeutet das die Reduktion von heute 5,2 Tonnen pro Person und Jahr auf 1 Tonne bis 2050. Ein Drittel der durch die Menschen verursachten Umweltbelastung ist auf die Ernährung zurückzuführen, wie eine Studie des Bundesamts für Umwelt aus dem Jahr 2011 deutlich zeigt.

Der Handlungsbedarf im Bereich nachhaltige Ernährung ist somit durch wissenschaftliche Fakten gut begründet. Neben der Ernährung sind Wohnen und Mobilität weitere Verursacher. Zentraler Treiber der Umweltbelastung durch die Ernährung ist die Landwirtschaft. Sie hat als grosser Flächennutzer einen massgeblichen Einfluss auf Böden, Gewässer, Luft sowie die biologische Vielfalt und die Gesundheit der Menschen. Unser Boden, das Grund- und Oberflächenwasser werden durch den Einsatz von Maschinen zur Bodenbearbeitung, die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln sowie synthetischen und organischen Düngemitteln stark beeinflusst. Dies wirkt sich auch auf die darin lebenden Tiere und Pflanzen aus. Insgesamt werden die Böden verdichtet und die Bodenfruchtbarkeit nimmt ab. Gleichzeitig werden Gewässer mit unerwünschten Nährstoffen angereichert, was zu Algenwachstum und Sauerstoffarmut führt.
Unsere Landwirtschaft hat auch auf globaler Ebene einen grossen Einfluss auf unsere Umwelt. 80 Prozent des weltweiten Sojaanbaus werden zur Produktion von Tierfutter verwendet. Das Resultat sind Urwaldabholzung, die Zerstörung des Lebensraums zahlreicher Arten und ein negativer Einfluss auf das globale Klima. Weitere Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft stammen aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern, der Ausbringung von Düngern, der Entwässerung von Torf- und Moorböden, dem Synthetisieren von Stickstoffdüngern und den Methanemissionen von Wiederkäuern. Das Einsparpotenzial von Treibhausgasemissionen ist im Bereich der Ernährung vergleichbar gross. Dies wurde in der Politik bisher vernachlässigt. Hier setzt der Gegenvorschlag an. Angesichts der Höhe der Umweltauswirkungen aus der Landwirtschaft kann der Bereich der Ernährung nicht unbeachtet gelassen werden, wenn die genannten Ziele erreicht werden sollen.

Die zusätzliche Bestimmung in der Gemeindeordnung ermöglicht eine Verankerung der Thematik der nachhaltigen Ernährung auf oberster Verfassungsstufe der Stadt. Damit schafft er eine gesetzliche Handlungsgrundlage für die Stadt und zeigt die Richtung auf, in welche die Handlungen gehen sollen. Im August 2017 hat das Initiativkomitee die Volksinitiative zugunsten des gemeinderätlichen Gegenvorschlags zurückgezogen.

Mehr Informationen in der Abstimmungszeitung Stadt Zürich.

Positionspapier


Aktuelles

Unsere Initiativen in Zürich und Basel sind zustande gekommen!

Es ist geschafft! Die historisch ersten pro-veganen Volksinitiativen sind zustande gekommen! Mit 3’047 (Zürich) bzw. 3’085 (Basel) gültigen Unterschriften wurden unsere Initiativen „für nachhaltige und faire Ernährung“ erfolgreich an den Stadtrat Zürich bzw. den Regierungsrat Basel-Stadt überwiesen. In rund 2 Jahren werden die Zürcher/innen und Basler/innen damit vielleicht erstmals in der Geschichte der Demokratie über […]

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Was die Medien über den Veganismus denken

“Die Folgen des hohen Konsums von Fleischprodukten werde von der Schweizer Politik mehrheitlich ignoriert, kritisiert Sentience Politics. Dabei sei die Fleischproduktion mit vielen Problemen verbunden – Klimawandel, Umweltverschmutzung, Welthunger und Wasserknappheit, antibiotikaresistente Bakterien sowie enormes Tierleid.” — Auszug aus der Medienmitteilung der SDA Mit Nationalrätin Aline Trede, Nationalrat Balthasar Glättli und Meret Schneider, Co-Präsidentin der […]

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Prominente Unterstützerinnen und Unterstützer

Diese Persönlichkeiten unterstützen unser Positionspapier „Nachhaltige Ernährung“, das die Grundlage für diese Initiative bildet.

Team Member Portrait

Moritz Leuenberger | Ehemaliger Bundesrat

«Diskussionen über Ernährung enden oft in emotionalen Glaubensbekenntnissen. Mit tatsächlichen Zusammenhängen zwischen Fleischproduktion, Wassermangel und Armut können Vegetarier rationaler argumentieren. Und die Herzen der Gegner überzeugen sie am besten mit dem eigenen guten Beispiel.»

Team Member Portrait

Jean Ziegler | Soziologe und Beauftragter des UNO-Menschenrechtsrats

«Die Initiative ist von grosser Wichtigkeit für die Förderung der öffentlichen Gesundheit und den Kampf gegen die verheerenden Folgen der heutigen industriellen Nahrungsmittelproduktion.»

Team Member Portrait

Irmi Seidl | Ökonomin und Autorin

«Im Text „Nachhaltige Ernährung“ hat Sentience Politics zahlreiche eindrückliche Argumente für eine stärker pflanzlich ausgerichtete Ernährung zusammengetragen. Eine solche Ernährung lässt alle gewinnen.»

Team Member Portrait

Jürg Grossen | Nationalrat (glp)

«Für 1kg Rindfleisch braucht es rund 10kg Getreide und Soja und über 15 000 Liter Wasser. Ein Kraftwerk mit ähnlich tiefem Effizienzgrad hätte man schon längst abgestellt.»

Team Member Portrait

Bastien Girod | Nationalrat (Grüne)

«Der einzige Grund, warum ich nicht so oft pflanzlich esse, wie ich möchte, ist der, dass ich nicht genug “genudgt” werde. Dieses Problem lässt sich mit der Erweiterung des pflanzlichen Angebotes lösen.»

Team Member Portrait

Mattea Meyer | Nationalrätin (SP)

«Der Kapitalismus zerstört in vielfacher Hinsicht unsere Lebensgrundlage. Ich unterstütze deshalb Ansätze, welche die Ausbeutung von Menschen und Natur verringern oder gar verhindern.»

Team Member Portrait

Beat Jans | Nationalrat (SP)

«Wenn wir den Anteil des Fleisches in unserer Nahrung senken, leisten wir einen wichtigen Beitrag, um die natürlichen Ressourcen effizienter zu nutzen. Das ist ein Gebot der Stunde.»

Team Member Portrait

Ignazio Cassis | Nationalrat und Fraktionschef (FDP)

«Ökologische Häuser, ökologische Autos und ökologischer Abfall. Was fehlt noch? Das ökologische Menü! Um einen gesunden Planeten und unser Leben zu erhalten.»

Team Member Portrait

Markus Wild | Philosophieprofessor und Mitglied der Eidgenössischen Ethikkommission (EKAH)

«Ein Ethiker verbietet den Menschen nicht, Fleisch zu essen. Ethik funktioniert nicht über Verbote, sondern über Argumente: Ist man ein rationales Wesen, dann auferlegt man sich ein bestimmtes Verhalten selber, weil man die Gründe dafür einsieht. Kein Fleisch zu essen, muss schlicht normaler werden.»

Team Member Portrait

Jaël Malli | Musikerin (Ex-Lunik)

«Ich finde den Ansatz von Sentience super; statt zu predigen zu informieren und vor allem dafür zu sorgen, dass es in der Öffentlichkeit mehr Speisen ohne tierisches Eiweiss gibt. Wenn ich in einer Bäckerei ein veganes Sandwich entdecke, mache ich jedes Mal innerlich einen Luftsprung.»

Team Member Portrait

Andreas Hänni | Eishockey-Profi

«Neue Studien legen nahe, dass pflanzliches Eiweiss für den Menschen wesentlich besser ist als tierliches. Der Mensch braucht zum Leben keineswegs Fleisch.»

Team Member Portrait

Roland Wiederkehr | Politiker und ehem. Leiter WWF

«Die Schweiz importiert jedes Jahr 250 000 Tonnen Soja. 80% davon wird dem Schweizer Vieh verfüttert. Das Soja kommt zum grössten Teil aus Südamerika – in den letzten 10 Jahren hat sich die Anbaufläche dafür verdoppelt: Immer schneller wird dazu der Tropenwald gerodet. Fazit: Wer den Tropenwald wirklich schützen will, muss weniger Fleisch essen.»

Team Member Portrait

Katy Winter | Musikerin und Marketing/PR-Leiterin

«Die emotionsgeladene Diskussion zum Thema: Sind wir Menschen Fleischesser oder nicht? – ist völlig irrelevant. Die Sachlage ist prekär genug, um zu erkennen, dass ein Wandel notwendig ist. Entweder durch Gesetze oder Disziplin und Mitgefühl. Ich wünschte Letzteres wäre realistisch.»

Team Member Portrait

Philip Hochuli | Vegankoch

«Die pflanzliche Küche begeistert mit ihren enormen kulinarischen Qualitäten eine immer grössere und breitere Masse von Menschen. Dass sie dabei Aspekte wie Umweltschutz, gesundheitliche Vorteile und Tierschutz kombiniert, macht sie zu etwas Einzigartigem, das es verdient, auch politisch gefördert zu werden.»

Team Member Portrait

Dr. Anton Rotzetter | Theologe und Autor

«Das Sentience-Positionspapier “Nachhaltige Ernährung” zeigt auf, dass im Tierbereich einige der drängendsten Probleme angegangen werden können und ist schwer widerlegbar.»


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