Nationalratswahlen 2015 – Wahlempfehlung aus der Sicht des Effektiven Altruismus

Eine parteiübergreifende Problematik der aktuellen Politik besteht darin, dass nur ungenügend zwischen unterschiedlichen Themenbereichen priorisiert wird. Gewisse Themen (z.B. globale Armut, Tier- und Klimaschutz) sind – hinsichtlich des Leides, das jeweils auf dem Spiel steht – massiv gewichtiger als andere (z.B. Kulturförderung, Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Stadtentwicklung). Deswegen ist es von grosser Bedeutung, Kandidierende zu wählen, die sich schwerpunktmässig in den entsprechenden Bereichen engagieren. Konkret heisst das, dass wir Kandidierende zur Wahl empfehlen, die sich am stärksten in Migrationsfragen engagieren und sich für mehr Entwicklungshilfe, den Tierschutz und das Klima einsetzen. Eine einfache Heuristik bietet die Wahl einer Mitte-Links-Partei wie der SP, der Grünen oder der Grünliberalen. Aus taktischen Gründen – und weil die Kandidierenden innerhalb einer Partei sehr unterschiedlich sind – ist es jedoch sinnvoll, sich eingehender mit dem eigenen Wahlentscheid zu befassen. Uneingeschränkt zur Wahl empfehlen wir natürlich unsere politischen Unterstützer/innen.

 

sitzverteilung2011

Effektiver Altruismus?

Trotz des bisherigen Wirtschaftswachstums und der Fortschritte in Wissenschaft und Technologie sind die Welt und ihre Bewohner/innen weiterhin von zahlreichen schwerwiegenden Problemen geplagt. Im Jahr 2015 leben noch immer rund eine Milliarde Menschen in extremer Armut, was etwa einen Siebtel der wachsenden Weltbevölkerung ausmacht. Jenseits der Speziesgrenze sind dutzende Milliarden Tiere den schlimmen Umständen der Massentierhaltung ausgesetzt. Der Zuwachs der industriellen Tierhaltung führt zusätzlich zu einer Verschärfung des Klimawandels. In der Zwischenzeit legt der technische Fortschritt rasant zu, was uns mit neuartigen ethisch-politischen Herausforderungen konfrontiert.

Der Effektive Altruismus ist eine Philosophie und soziale Bewegung, deren Mitglieder es sich zum Ziel gemacht haben, diese Missstände zu bekämpfen. Die dazu verwendeten Methoden werden sehr gezielt und strategisch gewählt: Effektive Altruisten/innen wollen mit ihren limitierten Ressourcen – Geld und Zeit bzw. Skills – ein Maximum an positivem Impact bewirken. Um unvoreingenommen die jeweils vielversprechendsten Interventionen zu ermitteln, versuchen Effektive Altruisten/innen möglichst wissenschaftlich und rational vorzugehen und die politischen Prioritäten nicht bereits im Vornherein festzulegen.

Gibt es Parteien, die dem Effektiven Altruismus nahestehen?

Auf den ersten Blick lautet die Antwort „nein“. Der Effektive Altruismus ist eine junge Bewegung, die bisher politisch noch kaum Beachtung gefunden hat. Aus den Bausteinen und Schwerpunktthemen des Effektiven Altruismus lassen sich jedoch Aussagen über die Kompatibilität mit den einzelnen Parteien ableiten. Zu den zentralen Bausteinen gehören die Rationalität (Effektivität) und die Ethik (Altruismus). Unter Rationalität verstehen wir die Fähigkeit, die eigenen kognitiven Denkfehler, beispielsweise den Status Quo Bias, zu reflektieren und mit Erwartungswerten umzugehen. Im Bereich der Ethik braucht es etwa das Selbstverständnis, ohne parteiisch-willkürliche Diskriminierung jeweils diejenigen Bereiche zu priorisieren, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird. Zu unseren Schwerpunktthemen gehören entsprechend:

  • die Armutsbekämpfung und die Migration: hunderte Millionen Menschen sind permanent unterernährt, dutzende Millionen sind auf der Flucht.
  • die Nachhaltige Entwicklung, besonders der Klimawandel: alle künftigen Generationen könnten betroffen sein.
  • die Tierrechte: global werden pro Jahr mehr als 60 Milliarden Landtiere geschlachtet, in der Schweiz mehr als 60 Millionen.
  • zukünftige technologische Herausforderungen: von der künstlichen Intelligenz etwa könnten globale Risiken ausgehen, die mit denjenigen der Nukleartechnologie vergleichbar sind oder diese gar übersteigen.

Überlegungen folgender Art sind es, die etwa zum Ernährungsbereich als einem Fokus führen: Von der aktuellen, tierproduktlastigen Ernährung gehen massive Folgen in den Bereichen Klimawandel, Tierleid, Armut und Hunger sowie globale Gesundheit aus. Die Ernährung stellt daher einen Synergie- und Hebelpunkt dar, an dem sich besonders viel bewirken lässt – viele Probleme auf einen Schlag anzugehen, ist effektiv. Dass der Ernährungsbereich als Politikum vernachlässigt wird, verstärkt dieses Argument: Der Grenznutzen zusätzlicher Geld- und Zeitspenden (bzw. politaktivistischer Arbeit) ist in vernachlässigten Problembereichen besonders hoch. Die Wahrscheinlichkeit, dass man als zusätzliche Spender/in oder Aktivist/in in einem Bereich etwas bewirken kann, das andernfalls nicht erfolgt wäre, ist dann besonders tief, wenn der entsprechende Bereich bereits von zahlreichen Individuen und Organisationen bearbeitet wird.

Unter den oben genannten Gesichtspunkten wird klar, welche Parteien am ehesten unsere Positionen vertreten. Um in unseren Augen wählbar zu sein, braucht eine Partei sowohl einen möglichst rationalen und wissenschaftlichen Hintergrund als auch einen Fokus auf vergleichsweise grosse Problembereiche – globale Gerechtigkeit, Nachhaltige Entwicklung und Nichtdiskriminierung. Unter den grösseren Parteien finden sich nur drei, die ansatzweise diesen Ansprüchen genügen:

  • die Sozialdemokratische Partei
    • Pro: Die SP setzt sich für eine progressive Migrationspolitik, eine Politik der konsequenten Armutsbekämpfung und eine nachhaltige Umweltpolitik ein. Viele Exponenten/innen der SP sind gut gebildet und reflektieren Probleme fundiert.
    • Kontra: Aus Sicht des Effektiven Altruismus scheint die gelegentlich propagierte „Überwindung des Kapitalismus“ als Pauschalziel zu schwammig und in ihrer Priorität unklar (wie viel Leid würde durch welche Massnahmen faktisch genau verhindert – das ist im Einzelnen empirisch genauer zu prüfen). Obwohl man bestrebt ist, Politik „für alle statt für wenige“ zu machen, lässt man die nicht-menschlichen Tiere meist aussen vor. Einige Exponenten/innen der SP haben zudem einen ausgeprägten Natur-Bias.
  • die Grünen
    • Pro: Die Grünen setzen sich stark für eine Nachhaltige Entwicklung ein, auch im Ernährungsbereich. Die meisten Grünen sind zudem sehr weltoffen und solidarisieren sich stark mit den Schwachen, innerhalb unserer Gesellschaft und global. Die vergleichsweise hohe Bereitschaft, „alternative“ Themen aufzugreifen und „outside the box“ zu denken, ist den Grünen ebenfalls anzurechnen.
    • Kontra: Die Grünen zeichnen sich durch einen starken Natur-Bias und eine gewisse Fortschrittsfeindlichkeit aus. Die Grünen beherbergen noch immer Personen, deren Gedankengut sich in Sachen Migrationspolitik kaum von den bürgerlichen Parteien unterscheidet.
  • die Grünliberalen
    • Pro: Die Grünliberalen sind in unserer Erfahrung ziemlich rational, ökonomisch gut gebildet und punkto „Updating“ besser als andere Parteien. Sie erkennen die Problemausmasse im Umweltbereich und priorisieren entsprechend.
    • Kontra: Die Grünliberalen verfolgen eine restriktive Finanzpolitik und sind viel zu wenig bereit, Geld – etwa für nachweislich effektive Massnahmen in der Entwicklungszusammenarbeit – auszugeben. Gewisse Grünliberale sind in der Migrationspolitik viel zu konservativ.
smartmap

Die Kandidierenden der Nationalratswahlen im politischen Raum

Gibt es Kandidierende, die dem Effektiven Altruismus nahestehen?

Eine parteiübergreifende Problematik der aktuellen Politik besteht darin, dass nur ungenügend zwischen unterschiedlichen Themenbereichen priorisiert wird. Gewisse Themen (z.B. globale Armut, Tier- und Klimaschutz) sind – hinsichtlich des Leides, das jeweils auf dem Spiel steht – massiv gewichtiger als andere (z.B. Kulturförderung, Ausbau des öffentlichen Verkehrs, Stadtentwicklung). Deswegen ist es von grosser Bedeutung, auch innerhalb der Parteien nach Kandidierenden zu suchen, die sich schwerpunktmässig in den entsprechenden Bereichen engagieren. Eine einfache Heuristik besteht darin, diejenigen Politiker/innen zu wählen, die sich am stärksten in Migrationsfragen engagieren und sich für mehr Entwicklungshilfe, den Tierschutz und das Klima einsetzen.

Es gibt in der Schweiz nur sehr wenige Politiker/innen, die sich prioritär für die Kernanliegen des Effektiven Altruismus einsetzen. Anhand gewisser Grundsatzüberlegungen lässt sich das Feld der Kandidierenden jedoch stark reduzieren. Kandidierende, die für eine restriktive Migrationspolitik eintreten, sind nicht nur unterdurchschnitllich altruistisch, sondern handeln auch aus einer – ethisch kaum haltbaren– (gruppen)egoistischen Perspektive höchst irrational. Auch Kandidierende, die sich nicht für eine Erhöhung der Entwicklunghilfe aussprechen, sind aus unserer Sicht unwählbar. Während täglich nach wie vor 20’000 Kinder an den Folgen der globalen Armut sterben, erreicht die „humanitäre“ Schweiz aktuell nicht einmal die von der UNO geforderte Schwelle von 0.7% des BIP. Demgegenüber empfehlen wir insbesondere unsere Unterstützer/innen uneingeschränkt zur Wahl.

Taktische Überlegungen

Das Wählen wird oft sehr einfach erklärt: Liste der präferierten Partei nehmen, weitere Kandidierende kumulieren und panaschieren und das ausgefüllte Wahlcouvert in den Briefkasten werfen. Es gibt grundsätzlich nichts gegen diese Vorgehensweise einzuwenden, der eigene Einfluss kann damit jedoch noch nicht maximiert werden. In der Folge deshalb einige Hinweise für das strategische Wählen:

  • Entscheidend sind die Parteizugehörigkeiten der einzelnen Kandidierenden und nicht die Bezeichnung der Liste selbst. Für jede Person auf dem Wahlzettel gibt es eine Stimme für die entsprechende Liste: Werden etwa auf der SP-Liste alle Kandidierenden mit den Kandidierenden der Grünen ersetzt, erhält die SP letztlich keine einzige Stimme (bzw. nur über die Listenverbindung). Wenn auf einer Liste Leerzeilen vorhanden sind, werden diese jedoch der gewählten Liste gutgeschrieben.
  • Es wird immer wieder gesagt, dass das Wählen einer Splitterpartei eine gute Art des Protestwählens darstelle. Hat die gewählte Liste keine Chance auf ein Mandat (und keine Listenverbindung mit einer Partei, die bessere Chancen hat), wird die eigene Stimme dabei aber de facto weggeworfen. Das Wählen von Splitterparteien könnte sich einzig dadurch als nützlich erweisen, dass es etablierte Parteien künftig dazu veranlasst, ihre Positionen etwas in Richtung der Splitterpartei zu verschieben, um keine Stimmen zu verlieren. Dieser Effekt ist aber hochgradig unsicher und kann meist auch dadurch erreicht werden, dass innerhalb des Spektrums einer etablierten Partei Kräfte unterstützt werden, die den Positionen der Splitterpartei etwas näher stehen.
  • Bei Listenverbindungen ist Vorsicht geboten. Die Wahl einer Partei mit einer Listenverbindung kann verwirrend sein. Die ver­bun­de­nen Par­tei­lis­ten werden bei der Aus­zäh­lung im ersten Schritt wie eine einzelne Liste be­han­delt. Erst im zwei­ten Schritt wer­den die Sitze auf die ein­zel­nen Lis­ten in­ner­halb der Listenver­bin­dung verteilt. Das heisst, dass die eigene Stimme potenziell einer anderen Partei zu Gute kommt. Für Linkswählende ist die Listenverbindung zwischen SP und Grünen jedoch vorteilhaft. Die Stimme stärkt in jedem Fall das – mehrheitlich homogene – linke Lager.
  • Obwohl es keinen Bonus für eine gute Platzierung auf einer Liste gibt, zeigt die Erfahrung, dass die Chance von Kandidierenden stark mit der Platzierung innerhalb einer Liste korreliert. Kandidierende auf einem der letzten Listenplätze sind deshalb fast immer chancenlos. Bei kleineren Parteien sogar alle bis auf die Erst- oder Zweitplatzierten.
  • Kandidierende, die sehr jung oder noch in Ausbildung sind, werden in der Regel – unabhängig von der Listenplatzierung – nicht gewählt. Gleichzeitig zeigt sich oft, dass junge Politiker/innen ceteris paribus progressiver und altruistischer denken. Aus unserer Sicht drängen sich deshalb Kandidierende auf, die zwar noch jung, aber dennoch bereits profiliert sind. Als Bonus korreliert diese Kombination auch mit überdurchschnittlichem Engagement.
  • Es ist aus der Perspektive der Geschlechtergleichstellung sinnvoll, weibliche Kandidierende zu priorisieren. Eine starke Erhöhung des Frauenanteils in gesellschaftlichen Machtpositionen aller Art dürfte in mancherlei Hinsicht zu ausgewogeneren, faireren Resultaten führen.

Aus einer taktischen Meta-Perspektive interessant ist zudem die Frage, welcher Effekt vom Wählen insgesamt ausgeht: Die Entscheidungssituation ist vom Typ „enorm tiefe Wahrscheinlichkeit, ein Resultat zu beeinflussen & enorm hoher Effekt, falls eine Beeinflussung zustande kommt“. Daraus ergibt sich auch, dass die ethisch-politische Überzeugungsarbeit vor den Wahlen um Grössenordnungen wichtiger ist als die eigene Stimmabgabe.

smartspider
Der Smartspider verrät nicht alles. Unser Spider (beantwortete Fragen: 29 von 75).

Smartvote-Fragebogen

Der Fragebogen von Smartvote liefert natürlich höchstens eine mangelhafte Heuristik für eine Wahlempfehlung nach Kriterien des Effektiven Altruismus, da die Gewichtung spezifischer Themengebiete nur schwer möglich ist bzw. diverse äusserst wichtige Themenbereiche (Tierethik, technologische Risiken) überhaupt nicht abgefragt werden. Grundsätzlich ist es deshalb besser, explizit Personen zu wählen, die sich stark in den Bereichen Migration, Armutsbekämpfung, Klimapolitik oder Ernährung engagieren. Da viele Politiker/innen diese Themen jedoch noch kaum auf dem Prioritätenradar haben, wäre die resultierende Liste in vielen Kantonen ziemlich leer.

Die folgenden Fragen sind aus der Perspektive des Effektiven Altruismus bzw. eines evidenzbasierten, kritisch-rationalen Weltbildes relativ eindeutig zu beantworten und stellen die Grundlage unserer Wahlempfehlung dar. Politiker/innen, die diese Fragen entsprechend beantwortet haben, scheinen über ein überdurchschnittlich rationales, kritisches und altruistisches Denken zu verfügen. Wir empfehlen diese Personen, gemeinsam mit unseren politischen Unterstützer/innen, zur Wahl.

[accordion autoclose=“true“ openfirst=“false“ openall=“false“ clicktoclose=“true“]
  • Soll zusätzlich zur Mutterschaftsversicherung ein mehrwöchiger bezahlter Vaterschaftsurlaub eingeführt werden?
    • Antwort: EHER JA
    • Gewichtung: —
    • Begründung: Aus Sicht der Gleichberechtigung ist es klar, dass der heutige Zustand unhaltbar ist. Der Staat bekräftigt damit das traditionelle, nicht mehr zeitgemässe Rollenbild von Mann und Frau. Anstelle eines Vaterschaftsurlaubs sollte die Mutterschaftsversicherung jedoch einer Elternversicherung (Elternzeit) weichen. In unseren Augen ist es zudem unklar, ob eine Subventionierung des Kinderkriegens gesellschaftlich und politisch Sinn macht. Mehr Informationen.
  • Soll eine Impfpflicht für Kinder gemäss dem schweizerischen Impfplan eingeführt werden?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: –
    • Begründung: Die wissenschaftliche Beweislage ist klar: Impfungen funktionieren und retten Leben. Die offene Frage ist also bloss, ob die Politik Impfungen nur empfehlen oder eine Impfpflicht einführen soll. Aufgrund der Herdenimmunität wäre es fahrlässig, Impfungen zur blossen Privatsache zu erklären. Ein gesellschaftliches ‘Nudging’ – in Form einer moderaten (!) Impfpflicht entsprechend des Schweizerischen Impfplans – ist deswegen nicht nur vertretbar, sondern ethisch geboten. Mehr Informationen.
  • Sollen Behandlungen mit Methoden der komplementären (alternativen) Medizin nach 2017 weiterhin durch die Grundversicherung (KVG) bezahlt werden?
    • Antwort: NEIN
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Die wissenschaftliche Beweislage ist klar: Alternativmedizinische Methoden können nur in seltenen Ausnahmefällen ihre Wirksamkeit belegen und werden in solchen Fällen rasch ins Repertoire der wissenschaftlichen Medizin aufgenommen. In den allermeisten Fällen handelt es sich bei Alternativmedizin also um Placebotherapie. Damit erfüllt sie die Bedingungen für die Aufnahme in die Grundversicherung nicht. Mehr Informationen.
  • Soll sich der Staat stärker für gleiche Bildungschancen einsetzen (z.B. mit Nachhilfe-Gutscheinen für Schüler/innen aus Familien mit geringem Einkommen)?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Es ist hinreichend belegt, dass akademischer Erfolg und sozioökonomischer Hintergrund stark korrelieren. Kinder aus einfachen Verhältnissen verfügen viel öfter über eine mangelhafte Schulbildung. Eine Demokratie – und natürlich auch ethisch informiertes, effektives Handeln – setzen jedoch gebildete Bürgerinnen und Bürger voraus. Dementsprechend muss es prioritär sein, allen Mitgliedern der Gesellschaft (möglichst) gute Bildungschancen zu gewähren. Mehr Informationen.
  • Würden Sie es befürworten, wenn für Ausländer/innen, die seit mindestens zehn Jahren in der Schweiz leben, gesamtschweizerisch das Stimm- und Wahlrecht auf Gemeindeebene eingeführt würde?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: —
    • Begründung: Die Schweiz ist ein Einwanderungsland. Knapp ein Viertel der dauerhaft ansässigen Wohnbevölkerung hat keinen Schweizer Pass und somit keine Möglichkeit zur politischen Mitsprache. Wird eine deliberative Demokratie als praktisches Ideal angestrebt, muss die Partizipationsmöglichkeit für alle am System beteiligten Bürgerinnen und Bürger gewährleistet werden. Die Gemeinden, die das aktive oder passive Stimm- und Wahlrecht bereits eingeführt haben, haben zudem laut einer Studie von Avenir Suisse ausnahmslos positive Erfahrungen gemacht. Mehr Informationen.
  • Soll die Einbürgerung von Ausländer/innen der dritten Generation erleichtert werden?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: +
    • Begründung: Es ist absurd, dass Ausländer/innen der dritten Generation kein Recht auf eine erleichterte Einbürgerung haben. Die betroffenen Personen verstehen sich selbst als Schweizer/innen und sind in der Regel seit Geburt in der Schweiz zu Hause. Eine in der Schweiz geborene und aufgewachsene Person mit Migrationshintergrund unterscheidet sich in ihren Pflichten gegenüber dem Staat nicht von einer Person ohne Migrationshintergrund. Dennoch bleibt ihr das aktive und passive Stimm- und Wahlrecht aufgrund der Herkunft ihrer Eltern verwehrt. Mehr Informationen.
  • Sollte der Status von Sans-Papiers durch eine einmalige kollektive Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen legalisiert werden?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Gemäss Schätzungen leben mindestens 100‘000 Personen ohne Papiere in der Schweiz. Trotz ihrem Beitrag zur Wirtschaft leben diese Menschen zum Teil seit mehreren Generationen illegal in der Schweiz, was es ihnen verunmöglicht, für ihre Rechte einzustehen oder bessere Arbeitsbedingungen und Löhne zu fordern. Aus altruistischer Sicht ist dieser Zustand unhaltbar. Eine Regularisierung ist deshalb sinnvoll. Mehr Informationen.
  • Soll die Schweiz vermehrt Flüchtlingsgruppen direkt aus Krisengebieten aufnehmen, für die das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) Aufnahmeländer sucht (sog. Kontingentsflüchtlinge)?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: +
    • Begründung: Aus altruistischer Sicht ist die Situation klar: Wir haben gegenüber Menschen ausserhalb unserer direkten politischen Sphäre genauso eine Verantwortung wie gegenüber unseren Mitbürger/innen. Dazu kommt, dass Migration nachweislich positive Effekte auf die Wirtschaft eines Landes hat; es ist also selbst aus egoistischen Gründen rational, die Migration zu befürworten. Die Priorisierung von Flüchtlingen aus Krisengebieten macht aus ethischer Sicht Sinn und sollte völlig unkontrovers sein. Mehr Informationen.
  • Sollen gleichgeschlechtliche Paare, die in eingetragener Partnerschaft leben, Kinder adoptieren dürfen?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Einer der wichtigsten Grundpfeiler des Effektiven Altruismus (und der Menschenrechte) ist die der Nichtdiskriminierung. Um gleichgeschlechtlichen Paaren die Adoption zu verbieten, müsste es deshalb gute Gründe zur Annahme geben, dass sich Kinder nur in einer ‘klassischen’ Familie mit Mutter und Vater gut entwickeln können. Davon abgesehen, dass die heutige gesellschaftliche Realität ohnehin nicht mehr diesem Ideal entspricht, gibt es auch keine einzige (!) Studie, die diese Annahme stützt. Mehr Informationen.
  • Im Juni 2015 hat das Volk einer Lockerung der Regeln in der Fortpflanzungsmedizin zugestimmt (Abstimmung über die Präimplantationsdiagnostik, PID). Begrüssen Sie diesen Entscheid?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: +
    • Begründung: Im Gegensatz zur vorherrschenden Diskussion, in der gefragt wird: „Darf PID gesetzlich erlaubt werden?“, sollte die strittige Frage lauten: „Darf PID überhaupt gesetzlich verboten werden?“. Vor allen Dingen kann die PID dazu beitragen, viel unnötiges Leid zu verhindern: Wenn sie in medizinischen Fällen angewandt wird, die wir auch nach der Geburt zu heilen versuchen würden (wenn wir könnten), gibt es keinen vernünftigen Grund, die PID als vorgeburtlich-präventive Medizinaltechnik nicht anzuwenden. Mehr Informationen.
  • Soll der Konsum von Cannabis sowie dessen Besitz für den Eigengebrauch legalisiert werden?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Nicht nur der Konsum von Cannabis, sondern der Konsum aller Drogen sollte tendenziell entkriminalisiert und legalisiert werden. Unzählige Studien legen nahe, dass die Prohibition von Drogen deutlich mehr gesellschaftlichen Schaden verursacht als der (legale) Konsum. Experten wie Jack A. Cole weisen darauf hin, dass der ‘War on Drugs’ in Amerika auf der ganzen Linie gescheitert ist. Die präventive Wirkung eines Verbots ist zudem wissenschaftlich stark umstritten. Mehr Informationen.
  • Würden Sie die Einführung einer Frauenquote in Verwaltungsräten und Geschäftsleitungen börsenkotierter Unternehmen befürworten?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: —
    • Begründung: Politiker/innen von links bis rechts sind sich einig, dass es besser wäre, bräuchte man keine Frauenquote. Aus Sicht der Nichtdiskriminierung ist es aber dringend notwendig, der immer noch vorherrschenden Ungleichbehandlung von Frau und Mann einen Riegel vorzuschieben. Argumente gegen die Quote kommen vor allem aus der Wirtschaft, doch hat eine kürzlich veröffentlichte Studie gezeigt, dass die bessere Vertretung von Frauen auch wirtschaftlich Sinn macht. Im Parlament sind Frauen ebenfalls  untervertreten. Eine Priorisierung von Frauen ist deshalb auch beim Wählen sinnvoll. Mehr Informationen.
  • Würden Sie es befürworten, wenn in der Schweiz die direkte aktive Sterbehilfe durch einen Arzt straffrei möglich wäre?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Ziel einer humanistischen Ethik sollte es sein, die Zahl der Suizide möglichst tief zu halten. In gewissen Fällen kann es jedoch aus der Perspektive eines Individuums Sinn machen, das eigene Leben zu beenden (insbesondere bei schwerer unheilbarer Krankheit und chronischem Leid). In einem demokratischen Rechtsstaat ist der einzelne Mensch der Souverän seines eigenen Lebens. Die Achtung der Menschenwürde hängt daher entscheidend davon ab, inwieweit der Staat dem Selbstbestimmungsrecht des Individuums Rechnung trägt. Mehr Informationen.
  • Würden Sie es begrüssen, wenn in der Schweiz die automatische Organspende (Widerspruchslösung) eingeführt würde?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Der Prozentsatz an Organspender/innen in europäischen Ländern lässt sich fast ausschliesslich darauf zurückführen, ob das entsprechende Land die Organspende per Widerspruchs- oder Zustimmungslösung regelt, d.h. in welche Richtung der strukturelle “Nudge” zeigt. Jedes Jahr sterben gleichzeitig alleine in der Schweiz jede Woche zwei Personen an der mangelhaften Verfügbarkeit von Organen. Mehr Informationen.
  • Sollen für den Bau und den Ausbau von Wind-, Solar- und Wasserkraftwerken die Vorschriften des Umwelt- und Landschaftsschutzes gelockert werden?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Der Ausbau erneuerbarer Energien ist häufig mit grossen Hürden verbunden: Unkoordinierte Verfahren, zum Teil Widerstand von Anwohnern, Umwelt- und Denkmalschutz. Der Klimaschutz ist ethisch jedoch massiv gewichtiger als andere Umwelt- und besonders Landschaftsschutzaspekte. Eine sinnvolle Priorisierung erfordert deshalb die Lockerung der Schutzbestimmungen. Mehr Informationen.
  • Bislang wird auf fossile Brennstoffe (Heizöl, Erdgas) eine CO2-Abgabe erhoben. Soll diese Abgabe auch auf Treibstoffe (z.B. Benzin, Diesel) ausgeweitet werden?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Die zunehmende Konzentration an Treibhausgasen in der Atmosphäre ist der Hauptfaktor für die Klimaerwärmung. Eine massive Reduktion des CO2-Ausstosses, wie sie der Bund in seiner Energiestrategie vorsieht, ist so ambitioniert, dass es der Betätigung aller Hebel bedarf. Ein Hebel, der sich bereits in der Vergangenheit als sehr effektiv erwiesen hat, sind Lenkungsabgaben. Es gibt keinen Grund dafür, eine Unterscheidung zwischen fossilen Brennstoffen und Treibstoffen zu machen; eine Abgabe auf Treibstoffe ist folglich nur konsequent. Mehr Informationen.
  • Soll das geltende Moratorium für gentechnisch veränderte Pflanzen und Tiere in der Schweizer Landwirtschaft über das Jahr 2017 hinaus verlängert werden?
    • Antwort: NEIN
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Die Gentechnik-Debatte verläuft seit Jahren einigermassen irrational. Statt faktenbasiert und konstruktiv danach zu fragen, welche Formen der Gentechnik wir zulassen wollen, wird von linksgrüner Seite oft die pauschale Anti-GMO-Keule geschwungen. Diese scheint zu einem erheblichen Anteil von einem Natur-Bias motiviert zu sein. In über 25 Jahren Forschung konnte keine wissenschaftlichen Evidenz dafür zusammengetragen werden, dass gentechnisch veränderte Pflanzen mit höheren Risiken für Umwelt oder Gesundheit verbunden sind. Ein staatliches Technologie-Verbot wäre innovationsfeindlich, rückwärtsgewandt und aus liberal-rechtlicher Sicht problematisch. Mehr Informationen.
  • Sollte die Finanzierung von Parteien sowie von Wahl- und Abstimmungskampagnen vollständig offengelegt werden?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: —
    • Begründung: Die Finanzierung von Parteien ist in der Schweiz im Gegensatz zu den meisten anderen westlichen Demokratien gänzlich ungeregelt. Die fehlende Transparenz schadet den demokratischen Prozessen und dem Vertrauen der Bürger und Bürgerinnen in die Politik. Eine (deliberative) Demokratie erfordert die möglichst umfassende Information der Bürger/innen. Dazu gehört die Information über die Geldflüsse (und Partikularinteressen, die in der Debatte nachweislich „Biases” erzeugen) hinter politisch tätigen Organisationen und Individuen. Mehr Informationen.
  • Die Entscheide des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) sind für die Schweiz verbindlich. Finden Sie dies richtig?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Eine Kündigung der Europäischen Menschenrechtskonvention ist zwar theoretisch möglich, politisch aber verheerend und ein Rückschritt für die Freiheit des Einzelnen in der Schweiz und auf dem gesamten europäischen Kontinent. Dazu kommt, dass eine Kündigung nicht rückwirkend sein kann. Eine Verurteilung der Schweiz durch den EGMR – etwa wegen des Minarettverbotes – wäre somit unabhängig von einer darauf folgenden Kündigung verbindlich. Mehr Informationen.
  • Befürworten Sie eine deutliche Reduktion des aktuellen Armeebestands auf höchstens 100’000 Soldaten?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Militärexperten sind der Meinung, dass zur Erfüllung der Aufgaben der Armee sogar eine Anzahl von 30’000 Personen ausreichen würde. Aktuell hat die Schweiz einen massiv aufgeblasenen Armeeapparat, der jährlich 5 Milliarden CHF verschlingt – Platz 5 im europäischen pro-Kopf-Vergleich. Eine Reduktion auf den Mindestbestand, der zur Ausübung der Aufgaben der Armee ausreicht, ist daher geboten. Die frei werdenden Ressourcen sollten beispielsweise im Rahmen einer aufgestockten Entwicklungszusammenarbeit (mit Fokus auf die nachweislich effektivsten Projekte) eingesetzt werden. Mehr Informationen.
  • In den letzten Jahren wurden die Regeln zum Erwerb und Besitz von Waffen verschärft. Befürworten Sie diese Entwicklung?
  • Soll das Jugendstrafrecht in Zukunft mehr Gewicht auf das Verbüssen längerer Haftstrafen in geschlossenen Anstalten als auf Resozialisierungsmassnahmen legen?
    • Antwort: NEIN
    • Gewichtung: =
    • Begründung: Mit den nötigen sozialarbeiterischen und therapeutischen Unterstützungsleistungen können Massnahmen, die die Haftstrafe zumindest teilweise ersetzen, grosse Chancen für ein gelingendes Leben in der Gesellschaft bedeuten. Das empirisch gesicherte Wissen zum Gefährdungspotential junger Strafgefangener steht leider im Kontrast zu einer durch die Medien geschürten Kriminalitätsfurcht und entsprechenden, nicht selten überzogenen Forderungen nach mehr „Sicherheit“. Mehr Informotionen.
  • Soll die Schweiz das Schengen-Abkommen mit der EU kündigen und wieder verstärkte Personenkontrollen direkt an der Grenze einführen?
    • Antwort: NEIN
    • Gewichtung: +
    • Begründung: Im Gegenteil: Es wäre an der Zeit, sich mit der Perspektive globaler Bewegungsfreiheit (und damit auch: Arbeitsmobilität) auseinanderzusetzen. In der Schweiz funktioniert die Bewegungsfreiheit zwischen den Kantonen seit dem vorletzten Jahrhundert – davor gab es ähnliche, heute absurd anmutende “Einwände” gegen die interkantonale Mobilität –, und zwar inklusive sofortiger Beteiligung am Stimmrecht bei der Niederlassung. In Europa funktioniert sie seit wenigen Jahrzehnten zwischen den Staaten, gebunden an den Nachweis einer Arbeitsstelle oder eines Studienplatzes. Mehr Informationen.
  • Soll die Schweiz innerhalb der nächsten vier Jahre EU-Beitrittsverhandlungen aufnehmen?
    • Antwort: EHER JA
    • Gewichtung: –
    • Begründung: Aus altruistischer Sicht ist hier eine Makroperspektive einzunehmen. In dieser Perspektive ist es eine Tatsache, dass wir – unter anderem dank der EU – die längste Friedensperiode in der Geschichte Europas erreicht haben. Zudem gibt es viele historische Beispiele dafür, dass die Integration zu einem grösseren, mehr oder weniger feudalistischen Gesamtgebilde äusserst wichtig ist. Bis 1848 war etwa die Schweiz eine lose Gemeinschaft unabhängiger Regionen – mit fatalen Folgen. Heute würde niemand mehr die Schweiz auflösen wollen. Mehr Informationen.
  • Hat für Sie die strikte Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative Priorität gegenüber dem Erhalt der bilateralen Verträge mit der EU?
    • Antwort: NEIN
    • Gewichtung: +
    • Begründung: Die Schweiz hat beide Vorlagen angenommen, zwischen den beiden zu priorisieren wäre undemokratisch. Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass die Masseneinwanderungsinitiative möglicherweise die Menschenrechte verletzt und demnach – gäbe es in der Schweiz eine Verfassungsgerichtsbarkeit – gar nicht hätte lanciert werden dürfen. Auch ohne Verfassungsgerichtsbarkeit ist klar: Aus einer humanitären Perspektive sollte die Schweiz ihre Grenzen öffnen, nicht schliessen. Mehr Informationen.
  • Sollen die Haftungsregeln für Unternehmen aus der Schweiz in Bezug auf die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards im Ausland verschärft werden?
    • Antwort: JA
    • Gewichtung: +
    • Begründung: Die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte wurden von der UNO 2011 angenommen. In der Folge sind alle Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, Aktionspläne zu deren Implementierung zu präsentieren. In der Schweiz – einem der Länder mit der grössten Dichte an transnationalen Unternehmen – ist bisher nichts passiert. Die Selbstregulierung funktioniert offensichtlich nicht: Sämtliche Initiativen der Wirtschaft zur Einhaltung der Menschenrechte und zum Schutz der Umwelt sind bis anhin weder verbindlich noch zwingend. Mehr Informationen.
  • Entwicklungshilfe und wirtschaftliche Zusammenarbeit (3’000 Mio. CHF)
    • Antwort: DEUTLICH MEHR
    • Gewichtung: ++
    • Begründung: Während täglich nach wie vor 20’000 Kinder an den Folgen der globalen Armut sterben, erreicht die “humanitäre” Schweiz aktuell nicht einmal die von der UNO geforderte Schwelle von 0.7% des BIP. Ist man tatsächlich bereit, diejenigen Bereiche zu priorisieren, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird, ist ein massiver Ausbau der Entwicklungshilfe bzw. der wirtschaftlichen Zusammenarbeit völlig unkontrovers. Die zusätzlichen Mittel sollten jedoch ausschliesslich für nachweislich wirksame Projekte ausgegeben werden. Mehr Informationen.
  • Landesverteidigung (4’700 Mio. CHF)
    • Antwort: DEUTLICH WENIGER
    • Gewichtung: +
    • Begründung: Die Schweiz hat derzeit einen Armeeapparat, der jährlich knapp 5 Milliarden CHF verschlingt. Für die Ausübung des eigentlichen Auftrages – der Landesverteidigung und der Luftraumsicherung – würde jedoch ein Bruchteil dieses Betrags genügen. Alleine durch die Abschaffung der Wehrpflicht könnten 400 Millionen CHF gespart werden (ohne Qualitätseinbusse). Dieses Geld würde etwa in der Entwicklungshilfe wesentlich dringender benötigt – eine entsprechende Allokation der Staatsfinanzen wäre folglich angebracht. Mehr Informationen.
  • Landwirtschaft (3’700 Mio. CHF)
    • Antwort: DEUTLICH WENIGER
    • Gewichtung: ++
    • Begründung: Alleine mit einer Reduktion der Fleisch- und Milchproduktion – aus tierethischer und ökologischer Sicht eine längst überfällige Entwicklung – liesse sich der finanzielle Bedarf der Schweizer Landwirtschaft massiv senken. Doch auch in globaler Handelsperspektive sind die massiven Subventionen problematisch: Neben Konflikten und schleppendem Wirtschaftswachstum ist laut der OECD auch der ausufernde Agrarprotektionismus für die Hungerproblematik in Entwicklungsländern mitverantwortlich. Mehr Informationen.

Wahlempfehlung

In der Perspektive des Effektiven Altruismus drängt sich – trotz gewisser Vorbehalte – grundsätzlich eine Wahl von SP, Grünen, JUSO oder Jungen Grünen auf. Obwohl die Grünliberalen und die Piraten ebenso ausgeprägte Überschneidungen zum Effektiven Altruismus aufweisen, sind sie in vielen Kantonen nur schlecht wählbar – entweder aufgrund bescheidener Erfolgsaussichten oder aufgrund ihrer Listenverbindung mit dem bürgerlichen Mitte-Lager. Obwohl Smartvote nur eine mangelhafte Heuristik für eine umfassende Wahlanalyse darstellt, basiert unsere Kandidierenden-Auswahl darauf.

[accordion autoclose=“true“ openfirst=“false“ openall=“false“ clicktoclose=“true“]
Prognose: http://restmandat.ch/wahlen-2015/prognose-nationalratswahlen-2015/#ZH

Achtung: (1) In Zürich besteht eine Listenverbindung zwischen CVP, glp, EVP, BDP, Piraten, Ecopop und Tierpartei. Eine Stimme für Kandidierende der glp, der Piraten oder der Tierpartei ist damit potenziell auch eine Stimme für CVP, EVP, BDP und Ecopop: Parteien, die wir explizit nicht zur Wahl empfehlen. Dies wird dadurch verschärft, dass die glp laut Prognosen zu den Verliererinnen gehören wird und die anderen beiden Parteien chancenlos sind. (2) Kandidierende auf einer Liste ohne Listenverbindung und mit geringen Erfolgsaussichten (z.B. Tierpartei) werden in unserer Wahlempfehlung nicht berücksichtigt. Kandidierende auf einer Liste mit Listenverbindung und mit geringen Erfolgsaussichten (z.B. JUSO, Junge Grüne, AL, Piraten, jglp) werden nur berücksichtigt, wenn sie einen der ersten 5 Listenplätze belegen. Kandidierende auf einer Liste mit mässigen Erfolgsaussichten (z.B. glp, Grüne) werden berücksichtigt, wenn sie einen der ersten 10 Listenplätze belegen. Kandidierende auf einer Liste mit guten Erfolgsaussichten (z.B. SP) werden berücksichtigt, wenn sie einen der ersten 25 Listenplätze belegen. (3) Kandidierende, die sich laut www.animaux-parlement.ch für den Tierschutz einsetzen, bekommen im Smartvote-Ranking einen Bonus von 30 Plätzen. (4) Unsere Unterstützer/innen empfehlen wir unabhängig von den obigen Überlegungen zur Wahl.

Nationalrat

  • Bastien Girod; Grüne; Sentience-Unterstützer
  • Balthasar Glättli; Grüne; Sentience-Unterstützer
  • Mattea Meyer; Sozialdemokratische Partei (SP); Sentience-Unterstützerin
  • Elena Marti; Grüne; Sentience-Unterstützerin, Initiativkomitee Sentience ZH
  • Simon Kälin; Grüne; Sentience-Unterstützer, Initiativkomitee Sentience ZH
  • Andreas Hauri; Grünliberale (glp); Sentience-Unterstützer *
  • Meret Schneider; Grüne, Junge Grüne; Sentience Co-Projektleiterin
  • Kaspar Etter; Grünliberale (glp), junge Grünliberale (jglp); Initiativkomitee Sentience ZH *
  • Pascal Bührig; Sozialdemokratische Partei (SP), JUSO; Initiativkomitee Sentience ZH
  • Marcel Bührig; Grüne, Junge Grüne; Initiativkomitee Sentience ZH
  1. David Herzog; Piratenpartei – humanistisch liberal progressiv *
  2. Chantal Galladé; Sozialdemokratische Partei (SP) #
  3. Patrick Stählin; Piratenpartei – humanistisch liberal progressiv *
  4. Fabian Molina; Sozialdemokratische Partei (SP)
  5. Alan David Sangines-Uriarte; Sozialdemokratische Partei (SP)
  6. Martin Naef; Sozialdemokratische Partei (SP)
  7. Jörg Mäder; Grünliberale (glp) # *
  8. Andrea Sprecher Olsansky; Sozialdemokratische Partei (SP)
  9. Jean-Daniel Strub Bleisch; Sozialdemokratische Partei (SP)
  10. Pearl Pedergnana; Sozialdemokratische Partei (SP) #
  11. Stefan Feldmann; Sozialdemokratische Partei (SP)
  12. Thomas Hardegger; Sozialdemokratische Partei (SP)
  13. Daniel Jositsch; Sozialdemokratische Partei (SP) #
  14. Jacqueline Badran; Sozialdemokratische Partei (SP)
  15. Kathrin Anna (Katharina) Gander; Alternative Linke, AL – Alternative Liste
  16. Isabel Garcia Brunisholz; Grünliberale (glp) *
  17. Meriel Thierer; Grüne, Junge Grüne
  18. Barbara Schaffner; Grünliberale (glp) # *
  19. Ezgi Akyol; Alternative Linke, AL – Alternative Liste
  20. Barbara Thalmann Stammbach; Sozialdemokratische Partei (SP)
  21. Angelo Barrile; Sozialdemokratische Partei (SP)
  22. Min Li Marti; Sozialdemokratische Partei (SP)
  23. Anna Serra; Sozialdemokratische Partei (SP), JUSO
  24. Claudia-Dominique Geiser; Grünliberale (glp), junge Grünliberale (jglp) *
  25. Julia Gerber Rüegg; Sozialdemokratische Partei (SP)

Anmerkungen: (1) Für die Faulen empfehlen wir Liste 2 – Sozialdemokratische Partei (SP), panaschiert mit unseren Unterstützer/innen. (2) Kandidierende, die sich laut www.animaux-parlement.ch für den Tierschutz einsetzen, haben wir mit einem # gekennzeichnet. (3) Kandidierende der glp und Piraten haben wir mit einem * gekennzeichnet, da die Gefahr gross ist, dass eine Stimme für die entsprechende Person auch anderen bürgerlichen Parteien nützt.

Ständerat

  1. Bastien Girod; Grüne
  2. Daniel Jositsch; Sozialdemokratische Partei

Anmerkung: David Herzog von den Piraten ist aus unserer Sicht ebenfalls wählbar, aus taktischen Gründen ist es jedoch wichtig, sowohl Daniel Jositsch als auch Bastien Girod auf den Wahlzettel zu schreiben. Ziel muss es sein, Jositsch im ersten Wahlgang in den Ständerat zu befördern, damit sich die linken Stimmen im zweiten Wahlgang nicht mehr aufteilen. Nur so ist eine Wahl beider Kandidierenden denkbar.

Prognose: http://restmandat.ch/wahlen-2015/prognose-nationalratswahlen-2015/#BS

Achtung: (1) In Basel-Stadt besteht eine Listenverbindung zwischen CVP, glp, EVP und BDP. Eine Stimme für Kandidierende der glp ist damit potenziell auch eine Stimme für CVP, EVP und BDP: Parteien, die wir explizit nicht zur Wahl empfehlen. (2) Kandidierende auf einer Liste mit geringen Erfolgsaussichten (z.B. JUSO, Junge Grüne, jglp) werden nur berücksichtigt, wenn sie den ersten Listenplatz belegen. Kandidierende auf einer Liste mit mässigen Erfolgsaussichten (z.B. glp, Grüne) werden berücksichtigt, wenn sie einen der ersten 3 Listenplätze belegen. Kandidierende auf einer Liste mit guten Erfolgsaussichten (z.B. SP) werden auf jeden Fall berücksichtigt. (3) Kandidierende, die sich laut www.animaux-parlement.ch für den Tierschutz einsetzen, bekommen im Smartvote-Ranking einen Bonus von 10 Plätzen. (4) Unsere Unterstützer/innen empfehlen wir unabhängig von den obigen Überlegungen zur Wahl.

Nationalrat

  • Beat Jans; Sozialdemokratische Partei Basel-Stadt (SP); Sentience-Unterstützer
  • Thomas Grossenbacher; Bündnis Grüne BastA!; Sentience-Unterstützer
  1. Kerstin Wenk; Sozialdemokratische Partei Basel-Stadt (SP) #
  2. Beda Baumgartner; JungsozialistInnen Basel-Stadt (JUSO)
  3. Sarah Wyss; Sozialdemokratische Partei Basel-Stadt (SP)

Anmerkungen: (1) Für die Faulen empfehlen wir Liste 20 – JungsozialistInnen Basel-Stadt (JUSO), panaschiert mit unseren Unterstützer/innen. Die JUSO hat zwar selber keine Wahlchancen, auf der SP-Liste sind jedoch alle Personen wählbar und die JUSO hat die stärksten Überschneidungen mit unseren Positionen und unterstützt uns auch offiziell. (2) Kandidierende, die sich laut www.animaux-parlement.ch für den Tierschutz einsetzen, haben wir mit einem # gekennzeichnet.

Ständerat

  1. Anita Fetz; Sozialdemokratische Partei

Anmerkung: Anita Fetz hat sich in den letzten 12 Jahren aus unserer Sicht bewährt und mit ihrer lauten Kritik an der landwirtschaftlichen Subventionspolitik trifft sie den Nerv der Zeit.

Prognose: http://restmandat.ch/wahlen-2015/prognose-nationalratswahlen-2015/#BE

Achtung: (1) In Bern besteht eine Listenverbindung zwischen BDP, EVP, CVP und glp. Eine Stimme für Kandidierende der glp ist damit potenziell auch eine Stimme für BDP, EVP und CVP: Parteien, die wir explizit nicht zur Wahl empfehlen. Da BDP, EVP und CVP jedoch gemäss Prognosen nur sehr beschränkte Chancen auf einen Sitzgewinn haben, kann die Wahl von glp-Kandidierenden durchaus Sinn machen. (2) Kandidierende auf einer Liste ohne Listenverbindung und mit geringen Erfolgsaussichten (z.B. Piraten, Jungfreisinnige) werden in unserer Wahlempfehlung nicht berücksichtigt. Kandidierende auf einer Liste mit Listenverbindung und mit geringen Erfolgsaussichten (z.B. JUSO, Junge Grüne, jglp, PdA) werden nur berücksichtigt, wenn sie einen der ersten 3 Listenplätze belegen. Kandidierende auf einer Liste mit mässigen Erfolgsaussichten (z.B. glp, Grüne) werden berücksichtigt, wenn sie einen der ersten 7 Listenplätze belegen. Kandidierende auf einer Liste mit guten Erfolgsaussichten (z.B. SP) werden berücksichtigt, wenn sie einen der ersten 15 Listenplätze belegen. (3) Kandidierende, die sich laut www.animaux-parlement.ch für den Tierschutz einsetzen, bekommen im Smartvote-Ranking einen Bonus von 30 Plätzen. (4) Unsere Unterstützer/innen empfehlen wir unabhängig von den obigen Überlegungen zur Wahl.

Kandidierende

  • Aline Trede; Grüne; Sentience-Unterstützerin
  • Jürg Grossen; Grünliberale; Sentience-Unterstützer
  • Claude Grosjean; Grünliberale; Sentience-Unterstützer
  1. Margret Kiener Nellen; SP Frauen – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften #
  2. Alexander Tschäppät; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  3. Andrea Lüthi; SP Frauen – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  4. Evi Allemann; SP Frauen – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften #
  5. Stefan Jordi; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  6. Salome Mathys; Junge Grünliberale
  7. Jonas Zürcher; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  8. Kristina Schüpbach; JUSO
  9. Tamara Funiciello; SP Frauen – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  10. Kilian Baumann; Grüne
  11. Ursula E. Brunner; SP Frauen – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  12. Rithy Chheng; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  13. Corrado Pardini; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  14. Nadine Masshardt; SP Frauen – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  15. Jarno Bigler; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  16. Yves Aeschbacher; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  17. Leandro Funiciello; JUSO
  18. Barbara Mühlheim; Grünliberale
  19. Michael Aebersold; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  20. Michael Köpfli; Grünliberale
  21. Marc Eyer; SP Männer – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften
  22. Maurice Lindgren; Junge Grünliberale

Anmerkungen: (1) Für die Faulen empfehlen wir Liste 3 – SP Frauen – Sozialdemokratische Partei und Gewerkschaften – PS Femmes – Parti socialiste et syndicats, panaschiert mit unseren Unterstützer/innen. (2) Kandidierende, die sich laut www.animaux-parlement.ch für den Tierschutz einsetzen, haben wir mit einem # gekennzeichnet.

Ständerat

  1. Jürg Grossen; Grünliberale
  2. Hans Stöckli; Sozialdemokratische Partei

Anmerkung: Jorgo Ananiadis und Denis Simonet von den Piraten sind aus unserer Sicht ebenfalls wählbar, haben jedoch keine Chance auf den Einzug in den Ständerat.


UNTERSTÜTZEN SIE UNS